Hallo Ningbo!

Freitag, 27.02.2015

Endlich ist der Tag gekommen an dem ich in mein neues zu Hause für das nächste halbe Jahr reise. Ab jetzt bin ich auf mich allein gestellt. Natürlich ist es heute nur am Regnen. Also es geht los mit je einem Koffer an der Hand zum Tor der Shanghai Universität. Ich brauche ein Taxi, eigentlich ganz leicht. Einfach den Arm raushalten wenn ein Taxi vorbei fährt. Aber wie war das nochmal? Wann ist das Taxi frei, bei keinem Licht, bei rotem Licht oder bei grünem Licht? Bestimmt bei grün. Nach gefühlten 10 Minuten im Regen hält dann auch endlich ein Taxi. Ein Glück hat Cynthia mir eine Nachricht auf Chinesisch geschrieben, die ich den Taxifahrer zeigen kann. Das Taxi rast los. Das ist die schlimmste Taxifahrt die ich bis dahin erlebt habe. Ich fühle mich wie in einem Rennspiel. Das Taxi fährt nur von Lücke zur Lücke um alle anderen zu überholen. Naja dafür sind wir schnell am Ziel. Im Bahnhof gibt es eine riesen Wartehalle, die eher an einen Flughafen erinnert. Nach kurzer Zeit verstehe ich dann auch das System. Alle sitzen in der großen Halle, es gibt verschiedene Gates. Kurz bevor der Zug kommt wird das Gate geöffnet, die Zugtickets werden gescannt und man wird auf eine Rolltreppe runter zum Bahnsteig geführt. Dort wartet man eine kurze Zeit bis der Zug kommt. Ich bin sehr gespannt auf meinen erster Klasse Platz. Mit meinen zwei Koffern schleppe ich mich zu meinem Platz. Den kleinen Koffer kann ich auf einer Ablage über meinem Kopf verstauen. Den Großen muss ich vor meinen Füßen stehen lassen, was ein Glück kein Problem ist, da 1. Klasse bedeutet mehr Beinfreiheit und breitere Sitze. Mehr Luxus ist es aber nicht. So starte ich meine 2,5 stündige Zugfahrt. Die Landschaft sieht gar nicht so anders aus. Es erinnert mich stark an Deutschland, Flachland und Felder. Erst später, als ein paar Berge kommen wird es interessanter. Leider habe ich kein Fensterplatz.

Zugfahrt

In Ningbo steige ich aus und folge den Schildern  zum Taxistand. Ich merke, dass ich ziemlich angestarrt werde. In Ningbo gibt es wohl eher selten Ausländer. Man ruft mir Hallo zu. Vor allem Kinder die ihr Englisch testen wollen mit Standardsätzen wie "How are you?" und "What´s your name?". Sehr nervig. Der Taxistand ist sehr voll, eine lange Warteschlange. Aber dank einer guten Organisation geht es schnell. Mir wird ein Taxi zugewiesen. Ich mache den Kofferraum auf. Problem! Dieser ist mega klein. Der Taxifahrer kommt raus und sagt irgendwas was ich nicht verstehe und hievt meinen Koffer in den Kofferraum, doch die Klappe geht nicht mehr zu. Das ist ihm aber scheinbar ziemlich egal. Er schreit mich an und deutet, dass ich mich mit dem 2. Koffer reinsetzen soll. Alles ist sehr hektisch, da man nicht lange dort stehen bleiben darf. Und er fährt los...mit offenem Kofferraum. Ich zeige ihm den chinesischen Text wo ich hin soll und er düst los. Jetzt muss ich mich korrigieren. Das war mit Abstand die schlimmste Taxifahrt, die ich je erlebt habe. Ich glaube der Mann wollte eigentlich Rennfahrer werden. Die Tatsache, dass der Kofferraum auf ist und mein Koffer raushängt, scheint ihn überhaupt nicht zu stören. Der wenige Platz im Kofferraum kommt meiner Meinung nach daher, dass die Taxis in Ningbo alle einen extra Tank mit keiner Ahnung was im Kofferraum haben, um schneller fahren zu könne. An einer roten Ampelsteigt er einmal kurz aus , vielleicht doch um Sorge um meinen Koffer, und wackelt einmal an meinem Koffer. Doch dann steigt er wieder ein und rast los. Die Universität ist etwas Außerhalb, weshalb die Straßen auch immer schlechter werden. Es gibt jede Menge Schlaglöcher, riesen Pfützen und überhaupt keine Straßenbegrenzungen. Endlich angekommen zeigt der Taxifahrer auf ein Gebäude in das ich gehen soll. In dem Gebäude befindet sich eine riesen Hotellobby und alles sieht ganz gut aus. Aber abwarten in China ist ja alles zum Schein. Ich entscheide mich für ein Einzelzimmer. Das Englisch der Leute dort ist wirklich nur sehr spärlich und das in einem internationalem Hotel. Nicht mal den Weg zu meinem Zimmer können sie mir erklären. Aber ein ausländischer Student erklärt sich bereit mich zu meinem Zimmer zu bringen. Angekommen steht eine Frau im Zimmer die irgendetwas überprüft und notiert. Sie spricht gar kein Englisch. Ich schlussfolgere mal, dass sie überprüft in welchem Zustand das Zimmer ist, damit ich wenn etwas kaputt geht am Ende dafür bezahlen kann. Ich soll das Protokoll unterschreiben (welches komplett auf Chinesisch ist) und dann geht sie. Da bin ich nun endlich angekommen in meinem Zimmer. Schön ist es nicht gerade. Groß genug aber dreckig und heruntergekommen. Überall Flecken an den weißen Wänden und ein schäbiger Teppich. Von dem Badezimmer will ich gar nicht reden. Naja aber damit muss man wohl rechnen in China für 40 Euro im Monat. Eigentlich will ich erst mal nur noch raus aus diesem Zimmer. Also auf die Gegend erkunden. Gleich um die Ecke ist eine Geschäftestraße wo man alles für das Leben hier finden kann, Essen Klamotten, Schuhe, Post, Bank, Telefonladen, Lebensmittelläden und sogar eine Polizei. Nur leider ist so ziemlich alles geschlossen, da der Unterricht noch nicht angefangen hat. Ich gehe zum Telefonladen um mir eine chinesische Sim-Karte zu besorgen. Diese gilt nur für die Provinz in der man sich befindet, wie bei uns Deutschland. Fährt man in eine andere Provinz, ist das als fährt man ins Ausland. Der Telefonladentyp spricht nur sehr schlechtes Englisch und das ich WLAN haben möchte versteht er einfache nicht…oder möchte es nicht verstehen. Also gehe ich erst mal und gebe mich mit der Sim-Karte zufrieden. Ich muss unbedingt das deutsche Mädchen kontaktieren, die auch hier in Ningbo ist und mit der ich schon vor meiner Reise in Kontakt getreten war. Sie wollte mir hier alles zeigen und mir helfen. Dummerweise funktioniert ihre chinesische Telefonnummer die sie mir gegeben hatte nicht. Da ich wusste, dass sie auch in diesem Hotel wohnt, frage ich an der Rezeption nach ihrer Zimmernummer. Ich klopfe an ihre Tür, doch dort ist niemand. Ich beschließe es später noch einmal zu versuchen. Doch auch dann öffnet einfach keiner. Also ging ich etwas verloren ohne Internet, also ohne Kontakte, schlafen und hoffe, dass ich morgen mehr Glück habe.

mein Zimmer Badezimmer

Voll motiviert und voller Hoffnung starte ich in den Tag. Erster Versuch, nochmal klopfen an der Tür bringt nichts. Ich frage an der Rezeption noch einmal nach, ob sie mir die falsche Zimmernummer gegeben haben. Diesmal sitzen andere Personen da, die ihr Zimmer anrufen. Doch nichts. Nächster Versuch. Ich gehe nochmal in den Telefonladen um WLAN zu bekommen, denn über das Internet kann ich sie mit Sicherheit erreichen. Leider ist wieder der gleiche inkompetente Typ da, der mir erzählt, dass es nicht möglich sei. Ich werde etwas unfreundlich, weil dieser Typ mich wirklich aufregt, doch er stellt nur auf Durchzug. Etwas frustriert gehe ich wieder und starte meinen nächsten Versuch. An der Rezeption frage ich ob es irgendwo in der Nähe freies WLAN gibt oder ein Starbucks (dort gibt es immer WLAN). Doch diese Rezeptionsfrauen scheinen genauso inkompetent zu sein und können mir nicht helfen. Dann frage ich wie ich in die Innenstadt komme. Sie geben mir eine Busnummer und den Namen der Haltestelle. Also gehe ich zur Bushaltestelle und steige in den Bus. Da ich keine Ahnung habe wie das Bezahlen hier funktioniert, beobachte ich einfach die Menschen und tue das Gleiche. Einfach zwei Münzen in einen Behälter werfen. Wie sich rausstellt ist es auch genau das Richtige. Alle Fahrten haben denselben Preis. Den Bus habe ich gefunden, aber die große Frage war wo ich aussteigen soll. Die Anzeige der Haltestellen kann ich nun wirklich nicht lesen. Dort wo es nach vielen Läden aussieht steige ich aus und endlich scheine ich mal Glück zu haben, ein riesen Starbucks. Ich bestelle mir etwas zu trinken….bekomme etwas ganz anderes (Hier scheint niemand wirklich Englisch zu können). Egal Hauptsache WLAN. Endlich kann ich die Freuden des Internets wieder genießen und erreiche doch auch tatsächlich die deutsche Studentin. Wir verabreden uns für später. Ich schaue mich noch etwas in der Innenstadt um. Sie besteht aus vielen verschiedenen Einkaufsläden. Alles sehr modern. Dann fahre ich zurück. Das große Problem: finde die richtige Haltestelle zum Aussteigen. Tatsächlich finde ich sogar die Richtige, merke es aber nicht. Da ich das Hotel nicht finde, denke ich es ist vielleicht doch nicht die Richtige, also steige ich wieder in den Bus und fahre weiter, stelle aber gleich fest, dass ich zu weit bin. Also wieder Aussteigen und zurück. Ja so kann man sich auch die Zeit vertreiben und das alles im Regen. Endlich finde ich den Weg zurück zum Hotel. Fürs nächste Mal weiß ich Bescheid. Ich treffe mich mit der Deutschen und sie stellt mir ihre Freundin eine Italienerin vor. Zusammen geben sie mir gute Tipps und verschaffen mir wie durch Zauberhand WLAN auf mein Handy, das lässt mich diesen Telefonladentyp noch mehr hassen. Aber zumindest fühle ich mich jetzt nicht mehr so verloren und kann beruhigt schlafen gehen.

Die Zeit vergeht in Shanghai

Dienstag, 24.02.2015

Sechster Tag.

Heute fahren wir zum People Square. Der Anfang der Nanjing Road mit ihren vielen Shoppingcentern und Einkaufsläden. In einem dieser Center treffen wir uns mit einer chinesischen Freundin von Cynthia. Wir gehen zum brunchen in ein taiwanisches Teerestaurant. Dort gibt es wirklich leckeren Reis, kleine Sesambällchen und süße Teigtaschen. Außerdem natürlich sehr guten Tee. Das gute an diesem chinesischem Tee ist, man kann ihn sehr oft mit heißem Wasser wieder aufgießen und er verliert trotzdem den Geschmack nicht. Anschließen geht es zum Fakemarket. Es ist aber eher ein Kaufhaus. Ein ramsch Kaufhaus. Es ist dreckig und nicht modern. Als ob alle Straßenhändler in ein großes Gebäude gepackt wurden. Wir kaufen uns alle ein Paar Chucks Imitate für umgerechnet 7€. Die Verkäuferin wundert sich über meine riesen Füße, das verstehe sogar ich mit meinem Bisschen Chinesisch. Sonst gibt es nicht viel zu sehen. Viel Ramsch, Taschen, Handyzubehör und Schuhe. Bei einem Kauf in China muss man natürlich immer Handeln. Meistens gehen sie mit dem Preis um 50% runter oder mehr. Selbst in normalen Läden lohnt es sich nach einem Preisnachlass zu fragen. Auf den Weg zu einer anderen Shoppingmol kommen wir an einem Stadtpark vorbei. Dort sind viele Regenschirme mit Zetteln darauf aufgereiht. Dahinter sitzen alte Menschen. Es handelt sich hierbei um einen Heiratsmarkt. Auf den Zettel stehen Beschreibungen der zu habenden Person und deren Besitz. Hinter den Schirmen sitzen natürlich nur die Eltern, die Kinder sind nicht anwesend. Der ganze Park ist voll. Anscheinend gibt es viele verzweifelte Junggesellen in China.

Heiratsmarkt

In dem Shoppingcenter angekommen, welches natürlich viel hübscher und moderner ist als der Fakemarket, schauen wir uns ein wenig um und stöbern durch die Geschäfte.Unter anderem gibt es dort eine Spielhalle, die brechend voll ist. Die meisten Spielautomaten sind solche mit Greifarmen, wie man sie vom Jahrmarkt kennt. Aber am interessantesten sind die Tanzautomaten, bei dem man die Schritte auf dem Bildschirm nacharmen muss. Es ist wirklich lustig anzusehen, wie die Chinesen tanzen. Nach der anstrengenden Shoppingtour lassen wir uns in einem Café nieder. Hier wird alles mit grünem Tee zubereitet und ist dementsprechend grün. Wir entscheiden uns für den Eisbecher. Er sieht wirklich toll aus, doch leider ist mir der grüne Tee Geschmack schnell etwas zu heftig. Anschließend schlendern wir noch etwas die Nanjing Road hinunter. Anziehsachen und der Gleichen sind nicht wirklich billiger in China. Außerdem ist alles auch furchbar klein. Deshalb fahren wir auch ohne große Ausbeute zurück ins Wohnheim und essen unser Abendbrot in unserem lieblings günstigem Laden in der Nähe der Uni. Reis und Dumpings für 2€. Ein Traum. 

Shoppingcenter Grüner Tee Eisbecher

Letzer Tag in Shanghai.

Heute haben wir keine großen Pläne mehr. Alexandra und ich wollen unsere Zugtickets abholen, die wir vorher im Internet bestellt haben. Dafür muss man zu dem Abfahrbahnhof fahren, die Bestätigungsmail am Schlater vorzeigen und dann bekommt man ein Ticket. Damit morgen alles glatt läuft, haben wir uns entschieden es schon einen Tag früher abzuholen, bzw Alexandra bleibt sowieso noch ein paar Tage länger in Shanghai und morgen muss ich alleine zum Bahnhof. Am Bahnhof ist es furchbar voll, da alle aus ihren Ferien zurück kommen. Das Personal am Schalter sieht aus als seien sie gerade aus dem Bett gefallen. Aber egal ich bekomme mein erste Klasse Ticket, da die zweite Klasse schon voll ist, für ca. 25-30€ und bin glücklich. Anschließend treffen wir uns mit Cynthia wieder in einem Einkaufscentrum. Es muss Millionen davon geben allein in Shanghai. Wir wollen in einem Restaurant zum Mittag essen. Natürlich müssen wir wieder warten bis ein Tisch frei wird. Diesmal werden uns Sonnenblumenkerne gereicht als Snacks. Es geht schnell und wir haben einen Platz. Dort esse ich zum ersten Mal wirklich leckeren Tofu. Ich hätte nie gedacht, dass dieser so gut schmecken kann.

Lecker Tofu

Nach dem Essen sehen wir uns noch einmal um. In diesem EInkaufszentrum ist wirklich jede Marke vorhanden. Alles kaum bezahlbar. Spontan entscheiden wir uns zum Jian Tempel zu fahren. Dies ist ein Tempel in Mitten der modernen Stadt, darunter eine Metrostation. So ganz passt der Tempel nicht ins Bild zwischen den ganzen teuren Einkaufsläden. Wie verabredet treffen wir uns am letzten Abend wieder mit ein paar Chinesen aus dem Chinabuddyprogramm. Wir treffen uns in einer Bar die sich oben in einem Hochhaus befindet, sodass man die ganze Stadt überblicken kann. In der Bar befinden sich wieder hauptsächlich nur Ausländer, kaum Chinesen. Anscheinend gehen Chinesen nicht wirklich in Bars. Endlich lerne ich von den Chinesen das Würfelspiel, welches auch in dem Club gespielt wurde. Es ist so ähnlich wie Meiern. Jeder hat einen Würfelbecher mit 5 Würfeln und man weiß nur selbst was für Zahlen unter seinem Becher sind. Dann wird im Kreis behauptet z.B. wieviele Füfen sich insgesamt unter allen Bechern befinden. Man muss sich immer überbieten, bis einer sagt, dass er es nicht glaubt, was der jenige behauptet. Dann wird aufgedeckt und der jenige der unrecht hat, hat verloren. Ein wirklich ganz witziges Spiel, welches überall in China gespielt wird. Lustiger Weise gibt es auch Bierpong in dieser Bar, welches wir diesmal den Chinesen beibringen. Natürlich gewinnen die Chinesen bei Bierpong, hat ja etwas mit Tischtennis zu tun. Es ist ein wirklich netter Abend und gegen ein Uhr sind wir dann auch wieder zu Hause. Gut, dass ich schon gepackt habe, denn morgen muss ich früh los. Nach Ningbo.

Bar

Viel zu sehen in Shanghai

Samstag, 21.02.2015

Der dritte Tag.

Heute fahren wir nach Qibao eine alte Wasserstadt. Wieder viele kleine Gassen mit jeder Menge kuriosem Essen. Es ist unglaublich voll und die Menschenmassen schieben sich nur durch die Gegend. Gefrühstückt haben wir schon vorher in der Nähe vom Campus in einem kleinen asiatischem Restaurant. Dort gab es leckere Dumpings (Teigtaschen). Mit drei Euro pro Person konnte man sich wirklich satt essen. Mit Dumpings habe ich endlich etwas gefunden was mir wirklich schmeckt. Der Geruch auf den Straßen ist inzwischen ganz verschwunden. Wie schnell sich doch der Mensch an alles gewöhnen kann. An Ständen wo es wirklich gruselig aussehende, gegrillte Oktupusarme gibt oder den sogennanten "Stinketofu", riecht es noch furchtbar. Wir schlendern (schieben uns) durch die Gassen und über die kleinen Brücken in der Altstadt.

Frühstück

Qibao Qibao Qibao Qibao

Anschließend fahren wir nach Xintiandi eine französisch angehauchte Gegend. Man sieht direkt den Unterschied an dem Baustil der Häuser. Dort gibt es auch ein Museum, da dies der Ort ist, an dem die kommunistische Partei gegründet wurde. Der Eintritt ist frei. Neben alten Dokumenten, einer nachgestellten Szene mit Wachsfiguren der Gründung, kann man die Räume besichtigen an dem damals alles geschah. In der Umgebung gibt es jede Menge protzige Einkaufszentren. Von innen wunderschön und mit Läden, die sich kein normal Sterblicher leisten kann. Wir verkriechen uns in einem, da es angefangen hat zu regnen. Natürlich gibt es dort Free WLAN. Zum Abendessen beschließen wir in ein Koreanisches BBQ Restaurant zu fahren.

Xintiandi

In der Mitte des Tisches befindet sich eine Platte auf der gebraten wird. Es gibt viele verschiedene Fleischvarianten und diverses Gemüse. Auch um die Grillplatte herrum werden verschieden Beilagen gereicht. Mein Favorit kalter, süßlicher Kartoffelbrei. Ich merke, dass die asiatische Küche vielleicht nicht das Optimale für mich ist, aber es ist immer etwas dabei was gut schmeckt. Deshalb werde ich wohl doch nicht verhungern. Das Highlight ist das Anzünden der Platte. Alles wird mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und dann angezündet, sodass es eine riesen Stichflamme gibt. Leider funktioniert bei uns das Feuerzeug nicht und somit bleibt die Flamme aus. Aber ich konnte es am Nachbartisch beobachten. Anschließend wird alles mit einem riesen Gasbrenner bearbeitet. Damit die Jacken nicht zu sehr stinken, werden diese vorher in kleinen Eimern verstaut. Cynthia bringt uns bei wie man richtig koreanisch isst. Man nimmt ein Salatblatt, formt es zu einer Schale mit der Hand, füllt alles was man mag dort hinein und isst es dann von der Hand wie ein Wrap.

BBQ

Nach dem Essen gehen wir in ein wirklich hübsches und gemütliches Café. Dort gibt es Free WLAN, was der eigentliche Grund für unseren Besuch dort ist. Ich bestelle mir eine heiße Schokolade, die leider nicht wirklich süß ist. Anstatt einer Wartenummer, bekommt man einen Teddy, den man auf seinen Tisch stellt, bis die Bestellung kommt. Eine sehr niedliche Idee. Mit dem endlich wiedergewonnenen WLAN, verbringen wir den Rest des Abends dort. Zurück geht es mit dem Taxi, den die Metro in Shaghai fährt erstaunlicherweise nur bis 10-11 Uhr. Was ich für so eine Weltstadt sehr ungewöhnlich finde. Ein Glück ist Taxi fahren nicht teuer.

Café

Der vierte Tag.

Da wir festgestellt haben, dass wir den echten Yuyuan Garden noch nicht gesehen haben, beschließen wir nocheinmal mit Cynthia dort hin zu fahren. Wieder landen wir zunächst in der Altstadt um dort zu fühstücken/ brunchen. Wir gehen in ein Restaurant, dass einer Kantine ähnlich ist. Man nimmt sich ein Tablett, greift sich was man will und am Ende bezahlt man. Heute sind Alexandra und ich dran mit Essen aussuchen. Cynthia muss Plätze reservieren, da es so unglaublich voll ist. An der Treppe steht ein Mann mit Megaphone, der nichts anderes tut als die Menschen anzuschreihen sie sollen weiter gehen und nicht stehen bleiben. Sehr nervig. Das Essen ist etwas teurer, da es eine Tourigegend ist. Mit 5 € pro Person trotzdem noch günstig. Natürlich gibt es Dumpings und Nudeln. Dann geht es weiter mit den Massen richtung Garten. Der Garten befindet sich in Mitten der Stadt. Wer soll das denn finden?  Vor dem Eingang befindet sich ein hübsches Teehaus mit einem Teich und einer Brücke. Es ist so voll, dass man, wenn man zu lange stehen bleibt, von Polizisten angesprochen wird, man solle weiter gehen. Wir beschließen nicht direkt in den Garten zu gehen, sondern nocheinmal im Sommer wiederzukommen, da es einfach zu voll ist ( noch wegen des Neujahrsfestes) und der Garten Eintritt kostet. Wenn man sich daran gewöhnt, dass alles günstig ist, wird man schnell geizig. Dann wird einem ein lachhafter Eintritt von ca. 3€ schnell zu teuer.

Altstadt Teehaus

Als nächstes fahren wir noch einmal nach Tianzifang. Cynthia möchte noch Sourveniers kaufen. Dort treffen wir uns mit einer weiteren Lübecker Studentin Anne, die uns begleitet. Diesmal ist es heller als letztes Mal und auch viel voller. Ich kaufe mir ein 10 er Pack Postkarten. Denn Lerne: in China gibt es so gut wie gar keine Postkarten und wenn dann auch nur in Paketen, wo wenn man Glück hat vielleicht drei schöne dabei sind. Ganz selten gibt es auch einzelne, die dann aber so teuer sind wie 10 Stück. Nachdem wir einige Zeit durch die Gassen gestöbert sind, nimmt Anne uns mit zum Lasertag spielen. Wir treffen uns mit einigen ihrer Freunde, die wir bereits auch schon am ersten Abend in der Bar getroffen haben. Das Lasertag spielen ist wieder verhältnismäßig günstig. Wir spielen zwei Runden. Es hat Spaß gemacht, obwohl das Spielfeld nicht so aufregend war. Wir trennen uns wieder von den anderen, da diese Bürger essen gehen wollen und wir noch in der Phase sind lieber alles Mögliche asiatische auszuprobieren. Wir gehen in ein japanisches Restaurant. Ich habe etwas mit Kartoffelpüree, Fleisch und oben drauf ein halb gekochtes Ei. Was auch immer das mit diesem Ei auf sich hatte, es war auf fast allen Gerichten. Nach dem Essen beschließen wir nocheinmal in das Café zu fahren um übers Internet unsere Bahntickets für die Abreise aus Shanghai zu buchen.

Der fünfte Tag.

Am Morgen treffen wir uns noch mit drei anderen internationalen Studenten. Wir fahren nach Nanxiang Ancient Town. Wieder eine Altstadt mit vielen kuriosen Essensangeboten. Die Altstadt ist der Geburtsort der Dumpings. Durch einige Fenster kann man beobachent wie diese Hergestellt werden. Während wir das tun, sehe ich wie eine Frau vor mir ein Selfi macht. Doch in ihrem Handybildschirm ist nicht nur sie sondern auch ich. Schnell drehe ich mich weg. Doch sie gibt nicht nach und versucht es immer wieder sich so zu drehen, dass ich mit auf dem Bild bin. Als ich mich wieder wegdrehe, versucht sie es diesmal mit Alexandra. Jetzt wurde man also noch nicht einmal mehr gefragt ob man fotografiert werden kann. Naja wir essen dort natürlich ein paar Dumpings. Allerdings habe ich inzwischen wirklich genug von Dumpings. Verdammt am Anfang hatten die doch so gut geschmeckt. WIr besuchen dort einen wirklich schönen chinesischen Garten, mit einem Koiteich, kleinen Brücken und Teepavillons. Außerdem gibt es ein kleines Museum, um zu sehen wie die Menschen damals dort gelebt haben. Der letzte Stop in der Altstadt ist ein Tempel. Riesige vergoldete Statuen und betende Menschen. Überall hingen Bänder mit Wünschen für das nächste Jahr. Lerne: Man darf nicht auf die Türschwelle vom Tempeleingang treten, sondern immer darüber steigen, sonst bringt es Pech. 

Nanxiang Nanxiang Dumpings Nanxiang garden Nanxiang Garden Wünsche Tempel Nanxiang Tempel Nanxiang

Nach dem Tempel müssen Alexandra, Cynthia und ich los. Wir treffen uns mit ein paar Chinesen aus dem Chinabuddyprogramm, die gerade ihre Ferien zu Hause verbringen. Nach längeren Hin und Her entscheiden sich die Chinesen für ein sehr großes Restaurant mit westlichem chinesischem Essen. In dem Restaurant gibt es sogar eine Bühne in der Mitte und es gibt eine große "Wartehalle". Wie in fast allen Restaurants in China muss man warten bis ein Platz frei ist. Das läuft ähnlich wie beim Amt. Man zieht eine Nummer und wartet bis diese aufgerufen wird. Wenn man Glück hat, wird einem inzwischen Tee oder Snacks gereicht. Für die Kinder gibt es manchmal Computerspiele. Die Zeit wird meistens genutzt um schon einmal auszusuchen was man essen möchte. Die Essensbestellung haben die Chinesen recht clever gelöst. Neben der Karte bekommt man einen Zettel mit der Kurzfassung/ Nummern von allem was auf der Karte ist und man kreuzt dann einfach nur noch an was und wie oft man es haben möchte. Um das Aussuchen muss ich mir zum Glück heute keine Gedanken machen, die Chinesen sind geübt darin und am Ende wird eh alles geteilt. Das westliche Essen besteht viel aus Lammfleisch, welches überraschend lecker ist. Am Besten sind die süßen Sachen, wie gebakene Melone und eine Art Kuchen. Das ganze Essen hat ca. 13 € pro Person gekostet. Und wir hatten unglaublich viel Essen. 

Essen

Im dunkeln laufen wir dann die Nanjing Road hinunter zum Bund, um uns das ganze noch einmal bei Nacht anzusehen. Die bunten Lichter überall, ergeben ein schönes Bild. Wir verabschieden uns von den Chinesen und verabreden uns noch einmal für den letzten Abend in Shanghai.

der Bund bei Nacht bei Nacht Katze ;)

 

Shangai entdecken und sich darin verlieren

Donnerstag, 19.02.2015

Zweiter Tag in Shanghai.

Alexandra, Cynthia und ich treffen uns am Morgen und gehen zur Metro. Der chinesische Geruch ist langsam wirklich unerträglich und ich weiß nicht wieviel chinesisches Essen ich noch ertrage. Wir fahren zur Nanjing Road eine große Shopping Straße. Diese gehen wir herrunter bis zum Bund. Alles ist sehr voll. Es ist nur ein durch die Gegend schieben. Angeblich ist es nur so voll, da es Neujahr ist und die meisten noch Ferien haben. Sonst ist es wohl nicht ganz so schlimm. Ich erinnere mich, dass Mama gesagt hat "vermeide Menschenmassen", tja das ist wohl nicht so einfach in China.

  Nanjing Road Nanjing Road

Auf dem Bund machen wir ein paar Fotos von uns und im Hintergrund das Financal Center. Da wir ein Foto von uns allen haben wollen, fragen wir jemanden ob er ein Bild von uns schießt. Plötzlich tauchen noch weitere Chinesen neben uns auf und drägen sich samt Baby auf dem Arm mit auf das Bild. Das ganze entwickelt sich zu einem Fotoshooting, da immer wieder neue Chinesen auftauchen und Fotos mit uns machen wollen. Cynthia wird einfach weggedrängt, da sie zwar Deutsche ist aber auch Asiatin und somit nicht europäisch genug aussieht. Eine Chinesin packt mich sogar fest an der Schulter, damit ich nicht weggehe. Langsam wird uns das zu viel und wir gehen einfach weiter. Aber sie laufen uns hinterher und bitten um noch mehr Fotos. Es ist einfach furchtbar. 

der Bund der Bund der Bund

Nach dem Spaziergang am Bund verlässt uns Cynthia und wir fahren zur Metrostation Yuyuan Garden um uns diesen anzusehen. Etwas verwirrt, da die Ausschilderung nicht ganz so gut ist, kommen wir erstmal in die Altstadt Nanshi. Alles ist furchtbar voll und wir werden nur angestarrt und "unauffällig" fotografiert. Die Altstadt ist so wie man sich China vorstellt, mit geschwungenen Dächern und vielen Gassen und kleinen Läden. Was nicht ganz reinpasst ist Mc Donalds und Starbucks in diesen alten Häusern. Überall auf den Straßen gibt es Stände wo gegrillt wird. Von Tintenfische bis Hühnerfüße ist alles dabei.

Altstadt Altstadt

Endlich finden wir einen Park. Doch leider ist es nicht der Yuyuan Garden. Da wir uns nicht ganz sicher sind, geben wir die Suche erst einmal auf. Etwas verwirrt mit einer ungenauen Karte begeben wir uns auf den Weg nach Tanzifang, eine weitere Touristenattraktion. Da der Weg nicht besonders weit aussieht und das Wetter schön ist, beschließen wir zu laufen. Nach ca. einer Stunde kommen wir wieder am Wasser an und merken, dass wir uns verlaufen haben. Wir fragen ein paar jubge Leute wo wir uns befinden, doch diese können wieder kein Englisch. Ein älterer Mann kommt dazu und redete wild auf chinesisch auf uns ein und zeigte in eine Richtung. Er gibt keine Ruhe bis wir endlich in diese Richtung gegangen sind. An der nächsten Ecke kommen ein paar Polizisten an uns vorbei, wieder kein Englisch. Plötzlich taucht der alte Mann wieder auf und fägt an in eine Richtung zu zeigen. Er läuft neben uns her, redet auf uns ein und weist uns den Weg. Dort scheint nichts weiter als eine Baustelle zu sein und wir sind etwas verängstigt was der Mann bloß von uns will. Auf einmal hinter einem Tor befindet sich ein wunderschöner Innenhof mit Geschäften wie Häagen Daz und Starbucks. Wir waren an den "Cool Docks". Dort wimmelte es von Touristen. Natürlich bedanken wir uns bei dem Mann und der geht ein Glück endlich weg. Witziger Weise treffen wir auf ein paar Deutsche und wir erkundigen uns nach dem Weg zur nächsten Metrostation. Sie schicken uns Richtung Bund zurück. Also wieder ein längerer Fußmarsch. Auf dem Weg kommen wir an einer Fährstation vorbei, die man auch mit der Metrocard benutzen konnte. Wir wissen zwar nicht wohin diese Fähre fährt, aber einen Versuch ist es werd. Also rein. Tatsächlich fährt die Fähre nur einmal rüber an das andere Ufer. Wir mahen ein paar Fotos und fahren wieder zurück.

fähre fähre

Naja dann halt weiter laufen. Endlich erreichen wir wieder den Bund. Dort gibt es eine Touristeninformation. Wir gehen rein, um nach dem Weg zur nächsten Metrostation zu fragen. Doch die Jungs die dort arbeiten, scheinen gerade sehr mit etwas anderem beschäftigt zu sein. Also bekommen wir nur eine knappe Antwort, an der nächsten Kreuzung rechts und das wars. Für die Antwort haben sie nicht einmal aufgeblickt, sondern starr auf ihre Bildschirme geguckt und wild mit ihren Mäusen geklickt. Im Spiegelbild hinter ihnen sehe ich, dass sie irgendein Onlinesoiel spielen. Nach weiteren umherlaufen kommen wir wieder an der Metrostation Yuyuan Garden an. Den Metroplan zu lesen ist einfacher und deshalb schaffen wir es ohne uns nochmal zu verlaufen nach Tianzifang. Inzwischen ist es dunkel geworden. Tianzifang besteht aus vielen kleinen verwinkelten Gassen voll mit Geschäften und Restaurants aller Art. Sehr hübsch und gut zum Souveniers shoppen.

Tanzifang Tanzifang

Anschließend schaffen wir es tatsächlich ein Restaurant zu finden und ohne Cynthias Hilfe etwas zu essen zu bestellen. Dumpings, Nudeln und sogar Nachtisch. Super leckere Sesambällchen mit Vanillepudding gefüllt. Alle für ca. 5 € pro Person, was für chinesische Verhältnisse schon teuer ist. Wir treffen uns in der Metro wieder mit Cynthia um zu Wallmarkt zu fahren, denn ich brauche Klopapier. Lerne: in China sind zwar alle öffentlichen Toiletten umsonst, doch es gibt kein Klopapier. Außerdem sind die meisten Toilleten Löcher im Boden, was eigentlich schon hygienischer ist. Denn wenn es normale Toiletten gibt, stellen sich die Chinesen auf den Rand der Kloschüssel und hinterlassen so Fußabdrücke und jede Menge Dreck auf der Klobrille. Nach dem dritten Mal habe ich auch endich gelernt, dass man das Klopapier in den Mülleimer wirft und nicht in die Toilette. Jedenfalls machen wir eine kurze Shoppingtour durch Wallmarkt. Es ist ein riesen Laden und einfach total unübersichtlich. Natürlich gibt es auch ein lebende Tiere Abteilung, mit riesen Aquarien mit Fischen und anderen Getier. Ein Fisch schien aus dem Becken gesprungen zu sein und liegt zappelnd auf dem Boden, was aber keinen weiter interessiert. Ein paar Fische im Becken scheinen auch schon tot zu sein...mmh lecker. Eine 1,5 l Wasserflasche kostet umgerechnet ungefähr 10 ct. Ein wirklich guter Preis. Müde und erschöpft vom ganzen Laufen geht es nach Hause ins Bett.

Ab in die Lüfte

Mittwoch, 18.02.2015

Ein Abenteuer beginnt. Es startet am Hamburger Flughafen. Nach einem zum Glück nicht tränenreichen Abschied klappt am Flughafen alles reibungslos. Trotz eines jetzt schon zu schweren Handgepäckes und eines nur Einreiseticket ohne Rückflug. Unser Ziel ist Shanghai. Noch reise ich mit Alexandra einer anderen Stipendiatin, die aber nicht mit mir zusammen an der gleichen Universität studieren wird. Unsere erste Woche werden wir zusammen in Shanghai verbringen. Dank ihrer guten Kontakte zu anderen Studenten, die in Shanghai ein Auslandssemester machen, haben wir einen kostenlosen Schlafplatz im Studentenwohnheim.

Zuerst fliegen wir nach Dubai. Das Flugzeug ist unglaublich voll und natürlich habe ich das Glück ein furchtbar nerviges Kind neben mir zu haben, was nicht mal dran gedacht hat zu schlafen. Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir endlich in Dubai gelandet. Weiter geht es schon nach kurzer Zeit. Diesmal in einem zweistöckigen Flugzeug. Und das Beste daran, es ist leer. So gut wie jeder Passagier hat seine eigene Sitzreihe für sich. Das heißt endlich schlafen, was ich auch für die nächsten sieben Stunden getan habe bis wir endlich in Shanghai landen. 

Erster Shritt nach Shanghai fliegen ist damit geschafft. Jetzt kommt der schwerere Teil, zum Studentenwohnheim kommen. Cynthia unser Kontakt in Shanghai hatte Alexandra eine Nachricht auf chinesisch geschickt, die wir den Taxifahrer zeigen sollten. Das Problem daran...Alexandras Akku ist leer. Also verbringen wir die ersten 20 min in Shanghai damit an der Aufladestation zu stehen. Dann geht es aber endlich los. Auf zum Taxistand, dem Taxifahrer die Nachricht zeigen und wir fahren. Lerne: in chineschischen Taxis kann man sich nicht anschnallen und die Tür geht nur zu einer Seite auf, zu der nicht Straßenseite natürlich. Bis jetzt ist alles gar nicht so schwer. Das Taxi setzt uns vor dem Eingangstor der Universität ab. Das Gelände der Universiät ist abgezeunt und groß. Durch Fragen von diversen Menschen, die warum auch immer alle kein Englisch konnten,  finden wir zum Studentenwohnheim. Nächstes Problem, das Studentenwohnheim ist ein riesen Hochhaus und dort jemanden zu finden ist unmöglich. Unsere Handys funktionieren nicht in dem chinesischen Netz, aber wir müssen doch irgendwie Cynthia erreichen. Also warten wir auf Menschen. Der Dritte kann dann auch endlich Englisch (in einem internationalen Studentenwohnheim?!). Er holt sein Handy und lässt uns Cynthia anrufen, die gleich angerannt kommt. Das heißt endlich hatten wir es geschafft, wir sind angekommen.

Cynthia bringt uns auf unsere Zimmer, von anderen befreundeten Studenten die gerade auf Reise sind. Sie sagt wir sollen uns beeilen, dann kann sie uns noch auf das Neujahrsfestessen schmuggeln. Also geht es gleich weiter. In einem großen Saal stehen viele runde Tische. In der Mitte von jedem Tisch stehen verschiedene Teller mit Essen auf einer Drehplatte. Sie platziert uns an einem Tisch mit 6 Vietnamesen und 2 aus Kasastan. "Tut einfach so als ob ihr dazu gehört.", sagt sie und geht an einen anderen Tisch. Ah ja... Das Essen ist mehr oder weniger wiederlich. Oder einfach so überhauptnicht meins, sehr viel Seafood und nicht zu identifizierende Sachen. Nach einer gewissen Zeit wird immer wieder etwas neues zu Essen gebracht, was aber auch nicht besser ist. So langsam bekomme ich Angst, dass ich in diesem Land verhungern werde. Im Hintergrund gibt es eine Verlosung und Karaoke. Nach ca. 1-2 Stunden ist der Spaß vorbei. Cynthia und ihre Freunde wollen noch ausgehen um Neujahr zu feiern. Also weiter gehts. Wir bekommen eine halbe Stunde Zeit um uns frisch zu machen. Ich kann die sehr witzige Dusche ausprobieren, witzig deswegen, weil die Duschwand das gesamte Badezimmer war. Man duscht quasi über/ mit der Toilette.  

Chinesisches Neujahrsessen Chinesisches Neujahrsessen Shanghai Zimmer Shanghai Badezimmer

Wir treffen uns und gehen zur Metro, was eine Fußmarsch von ca. 20 min ist. Die Metro ist ein Glück nicht voll. In einer Bar angekommen, treffen wir auf andere internationale Studenten, die sich wohl alle untereinander kennen. Das gute Tsingtao Bier gibt es umsonst. Die Bar wirkt sehr urig und die Wände sind alle vollgekritzelt mit Kommentaren. Als die Biere geleert sind, geht es weiter mit dem Taxi in einem Club. Da der eine aus der Gruppe Promoter ist, kommen wir alle umsonst rein. Es ist ein wirklich nobler Schuppen. Der Saal ist voll mit privaten Sitzplätzen mit Tischen, worauf Getränke und Essen stehen. Die Tanzfläche ist nur sehr klein. An einem Tisch dürfen wir uns auch bedienen, alles for free natürlich. Lerne: in Clubs in China ist für Ausländer alles umsonst. Eigentlich bin ich total müde, aber dieses Spektakel muss man wirklich mal gesehen haben. Ein Kellner steht die ganze Zeit an einem Privattisch und wartet darauf, dass er den dort sitzenden Chinesen etwas anbieten kann. Sogar die Zigaretten werden ihnen angezündet. Während die reichen gelangweilten Chinesen nur da sitzen und mit ihren Handys spielen. An machen Tischen wird auch mit Würfeln gespielt. Nach ca. 30 min haben wir dann auch genug gesehen und fahren zurück mit Cynthia. Es war ein langer erster Tag in China und ich bin einfach nur noch Tod müde. Ich falle in ein viel zu harte Bett.